Melanotan II im Vergleich zu Alternativen: Komparative Analyse

British Journal of Pharmacology

Autoren: Dr. Roger D. Cone, Dr. Carrie Haskell-Luevano

Melanotan II
PT-141
comparison
melanocortin
receptor selectivity
sexual health
Zusammenfassung

Ein systematischer Vergleich von Melanotan II mit PT-141 (Bremelanotid), der ihre gemeinsamen Melanocortin-Ursprünge, aber divergierenden pharmakologischen Profile, Rezeptorselektivitäten, klinische Entwicklungswege und jeweilige Rollen in der Sexualgesundheitsforschung untersucht.

Melanotan II und PT-141 (Bremelanotid) sind eng verwandte Melanocortinpeptide, die einen gemeinsamen Ursprung im alpha-MSH-Analog-Forschungsprogramm an der University of Arizona teilen, jedoch deutlich unterschiedliche Entwicklungspfade eingeschlagen haben und unterschiedliche pharmakologische Profile besitzen. Die strukturelle Beziehung zwischen Melanotan II und PT-141 ist die einer Ausgangsverbindung und eines verfeinerten Derivats. Melanotan II hat die Sequenz Ac-Nle-c[Asp-His-D-Phe-Arg-Trp-Lys]-NH2, während PT-141 (Ac-Nle-c[Asp-His-D-Phe-Arg-Trp-Lys]-OH) ein desaminiertes Derivat und Metabolit von Melanotan II ist. Der entscheidende strukturelle Unterschied ist die C-terminale Modifikation: Melanotan II hat ein C-terminales Amid (-NH2), während PT-141 eine freie Carbonsäure (-OH) hat. Diese scheinbar geringfügige Modifikation führt zu bedeutsamen Veränderungen in der Rezeptorselektivität, wobei PT-141 eine erhöhte Präferenz für MC3R und MC4R gegenüber MC1R zeigt. Die Rezeptorbindungsprofile der beiden Verbindungen beleuchten ihre funktionellen Unterschiede. Melanotan II aktiviert MC1R, MC3R, MC4R und MC5R mit relativ ähnlicher Potenz und macht es zu einem breiten Melanocortinsystem-Aktivator. PT-141 zeigt zwar ein technisch nicht-selektives Bindungsprofil, das MC4R gegenüber MC1R bevorzugt, was zu vorwiegend ZNS-Wirkungen auf die Sexualfunktion bei minimaler peripherer melanogener Aktivität führt. Die Nebenwirkungsprofile unterscheiden sich in vorhersehbarer Weise auf der Grundlage der Rezeptorpharmakologie. Melanotan II erzeugt eine Konstellation von Wirkungen einschließlich signifikanter Hauverdunkelung, Verdunkelung von Muttermalen und Nävi, Übelkeit, Gesichtsrötungen, Müdigkeit und spontane Erektionen bei Männern. PT-141 verursacht Übelkeit (bei etwa 40 Prozent der Probanden), Gesichtsrötungen, Kopfschmerzen und vorübergehende Blutdruckerhöhung, verursacht aber keine bedeutsamen Hautpigmentierungsänderungen. Die klinischen Entwicklungsgeschichten dieser Verbindungen könnten nicht unterschiedlicher sein. PT-141 durchlief eine formale pharmazeutische Entwicklung mit FDA-Zulassung 2019 für HSDD bei prämenopausalen Frauen, vermarktet als Vyleesi. Melanotan II hingegen wurde nie durch eine formale regulatorische Entwicklung für irgendeine Indikation vorangebracht. Dosierungsparadigmen spiegeln die unterschiedlichen Entwicklungskontexte wider. PT-141 hat eine etablierte klinische Dosis von 1,75 mg bei subkutaner Bedarfsverabreichung mit klaren Richtlinien zur maximalen Häufigkeit. Melanotan II hat kein klinisch validiertes Dosierungsprotokoll. Eine wichtige Überlegung für Forscher ist der rechtliche und regulatorische Rahmen. PT-141 ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das über legitime medizinische Kanäle erhältlich ist. Melanotan II wird in den meisten Jurisdiktionen als nicht regulierte Forschungschemikalie eingestuft, wobei Gesundheitsbehörden aktiv vor seiner Verwendung warnen.

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