Zusammenfassung
Ein praktischer Leitfaden für Forscher, die mit Humanin und seinem potenten Analogon HNG (S14G-Humanin) arbeiten, mit Rekonstitution, Dosierungsstrategien, Lagerungsanforderungen, Analogonselektion und Sicherheitsüberlegungen.
Humanin-Forschung erfordert sorgfältige Aufmerksamkeit bei Handhabung und Lagerung aufgrund der inhärenten Instabilität des Peptids und seiner kurzen zirkulierenden Halbwertszeit. Dieser Leitfaden liefert praktische Empfehlungen für Forscher, die mit nativem Humanin und seinen Analogen arbeiten, insbesondere HNG (S14G-Humanin), das eine wesentlich verbesserte Potenz bietet und die bevorzugte Form für die meisten experimentellen Anwendungen ist.
Humanin wird als lyophilisiertes Pulver geliefert, typischerweise in Mengen von 1 mg oder 5 mg pro Fläschchen. Das Pulver sollte sofort bei Erhalt bei minus 20 Grad Celsius für Langzeitstabilität gelagert werden. Natives Humanin enthält einen Methioninrest an Position 1, der oxidationsanfällig ist, was eine ordnungsgemäße Lagerung und Handhabung zur Aufrechterhaltung der biologischen Aktivität kritisch macht. Das lyophilisierte Pulver vor Licht und Feuchtigkeit schützen. Bei optimalen Lagerbedingungen bei minus 20 Grad Celsius hält das lyophilisierte Peptid die Stabilität für etwa 12 Monate aufrecht.
Für die Rekonstitution steriles Wasser oder phosphatgepufferte Kochsalzlösung bei physiologischem pH (7,2 bis 7,4) verwenden. Humanin ist in wässrigen Lösungen bei üblicherweise in der Forschung verwendeten Konzentrationen (Mikromolarbereich) löslich. Für die Rekonstitution das Lösungsmittel langsam entlang der Innenwand des Fläschchens hinzufügen, das Pulver benetzen lassen und vorsichtig schwenken bis zur Auflösung. Nicht vortexen oder kräftig schütteln, da dies Aggregation und Aktivitätsverlust verursachen kann. Für verlängerte Lagerung des rekonstituierten Peptids in Einmelportion-Aliquoten in proteinbindungsarmen Röhrchen aliquotieren und bei minus 20 Grad Celsius einfrieren. Wiederholte Gefrier-Tau-Zyklen vermeiden.
Die Wahl zwischen nativem Humanin und dem HNG-Analogon ist eine wichtige frühe Entscheidung im experimentellen Design. HNG (S14G-Humanin) trägt eine einzelne Aminosäuresubstitution von Serin zu Glycin an Position 14, die etwa 1000-fach größere Potenz als das native Peptid verleiht. Für die meisten Forschungsanwendungen wird HNG empfohlen, es sei denn, das spezifische Ziel erfordert die native Sequenz.
Dosierungen in Zellkulturexperimenten reichen typischerweise von 0,01 bis 1 Mikromolar für natives Humanin. Für HNG sind effektive Konzentrationen 0,01 bis 1 Nanomolar. In Neuroprotektionsexperimenten werden Zellen typischerweise 2 bis 4 Stunden vor der Exposition gegenüber dem zytotoxischen Stimulus mit Humanin vorbehandelt. Experimentelle Kontrollen und Validierung sind in der Humanin-Forschung kritisch. Geeignete Fahrzeugkontrollen und möglichst eine Scrambled-Peptid-Kontrolle mit derselben Aminosäurezusammensetzung, aber zufälliger Sequenz einschließen, um die Spezifität der Effekte zu bestätigen.
