Oxytocin: Praktischer Forschungs- und Anwendungsleitfaden

Psychopharmacology

Autoren: Dr. Markus Heinrichs, Dr. Gregor Domes, Dr. Beate Ditzen

oxytocin
research guide
intranasal
dosing
experimental design
social cognition
safety
Zusammenfassung

Ein praktischer Leitfaden für die Oxytocinforschung, der intranasale und injizierbare Formulierungen, Dosierungsprotokolle für Sozial- und Sexualverhaltensstudien, Rekonstitutionsverfahren, Lagerungsanforderungen, Überlegungen zum Versuchsdesign und Sicherheitsüberwachungsparameter abdeckt.

Oxytocin ist für die Forschung in mehreren Formulierungen erhältlich, darunter lyophilisiertes Pulver zur Rekonstitution, vorformulierte Nasensprays und injizierbare Lösungen. Die Wahl der Formulierung hängt von der Forschungsanwendung ab, wobei intranasale Verabreichung der häufigste Weg in Verhaltens- und Neuroimaging-Studien ist. Für lyophilisiertes Oxytocin-Pulver hängen Rekonstitutionsverfahren von der beabsichtigten Verabreichungsroute ab. Für intranasale Forschungspräparate kann das Peptid in steriler normaler Kochsalzlösung (0,9 Prozent Natriumchlorid) bei Konzentrationen reconstituted werden, die für das verwendete Verabreichungsgerät geeignet sind. Handelsübliches injizierbares Oxytocin (Pitocin) wird als sterile Lösung mit 10 IE pro mL geliefert. Intranasale Dosierung ist die am ausführlichsten untersuchte Route für Verhaltens- und Sozialerkenntnisforschung. Die Mehrzahl der veröffentlichten Studien hat eine Dosis von 24 IE verwendet, typischerweise verabreicht als drei Sprühstöße pro Nasenloch von einem Gerät, das auf 4 IE pro Sprühstoß kalibriert ist. Der Zeitpunkt der Verabreichung relativ zu experimentellen Aufgaben ist kritisch: Verhaltenseffekte werden generell 30 bis 45 Minuten nach intranasaler Verabreichung bewertet. Für intravenöse Forschungsverabreichung unterscheiden sich Dosierungsprotokolle wesentlich von intranasalen Ansätzen. In pharmakokinetischen Studien wurden Bolusdosen von 1 bis 10 IE mit kontinuierlichen Infusionen von 1 bis 20 Millieinheiten pro Minute für anhaltende Effektprotokolle verwendet. Die Plasmahalbwertszeit von intravenösem Oxytocin beträgt etwa 3 bis 5 Minuten. Überlegungen zum Versuchsdesign für Oxytocinforschung sind angesichts der Komplexität der Verhaltenseffekte von Oxytocin besonders wichtig. Schlüssel-Designelemente umfassen doppelblinde, placebokontrollierte Protokolle, ausreichende Stichprobengrößen und sorgfältige Kontrolle des sozialen Kontexts. Der Zeitpunkt der Ergebnisbewertung sollte die Pharmakokinetik von Oxytocin widerspiegeln. Bei intranasaler Verabreichung gilt das „aktive Fenster" für Verhaltenseffekte als 30 bis 90 Minuten nach Verabreichung. Sicherheitsüberwachungsparameter sollten kardiovaskuläre Messungen (Blutdruck und Herzfrequenz), Flüssigkeitsbilanz und bei Frauen im gebärfähigen Alter einen Schwangerschaftstest vor der Verabreichung umfassen.

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