Was ist GHRP-6? Umfassende Forschungsübersicht

Peptides

Autoren: Dr. Carlos Mendez, Dr. Ingrid Haugen, Dr. William Stokes

GHRP-6
growth hormone
ghrelin mimetic
gastroprotection
appetite stimulation
cardioprotection
secretagogue
cytoprotection
Zusammenfassung

Eine umfassende wissenschaftliche Übersicht zu Growth Hormone Releasing Peptide-6 (GHRP-6), einem der frühesten synthetischen Ghrelin-Mimetika, die seine Entdeckung, Hexapeptidstruktur, GH-Sekretionsmechanismen, ausgeprägte Appetitstimulation, gastroprotektive Eigenschaften, kardioprotektive Effekte und die klinische Forschungsgeschichte abdeckt.

Growth Hormone Releasing Peptide-6 (GHRP-6) ist ein synthetisches Hexapeptid mit der Aminosäuresequenz His-D-Trp-Ala-Trp-D-Phe-Lys-NH2, das die Freisetzung von Wachstumshormon (GH) aus der Adenohypophyse stimuliert. In den 1980er Jahren von Cyril Bowers an der Tulane University entwickelt, war GHRP-6 eines der ersten synthetischen Peptide, das GH potent über einen von GHRH verschiedenen Mechanismus freisetzte. GHRP-6 aktiviert den GHS-R1a-Rezeptor (Ghrelin-Rezeptor), einen G-Protein-gekoppelten Rezeptor, der vorwiegend im Hypothalamus (Nucleus arcuatus) und in der Adenohypophyse (Somatotropen) exprimiert wird. Die Rezeptorbindung aktiviert die Gq/11-Signalkaskade, was zur intrazellulären Calciumfreisetzung über IP3-vermittelte Freisetzung aus dem endoplasmatischen Retikulum führt. Die vielleicht markanteste pharmakologische Eigenschaft von GHRP-6 ist seine ausgeprägte Stimulation von Appetit und Nahrungsaufnahme. Unter den klassischen GHRPs erzeugt GHRP-6 die stärkste orexigene Reaktion. Probanden berichten konsistent über intensiven Hunger, der 15 bis 30 Minuten nach der Injektion beginnt und 30 bis 60 Minuten anhält. Diese appetitstimulierte Eigenschaft wurde als potenzieller therapeutischer Ansatz bei Kachexie, AIDS-Wasting-Syndrom, Anorexia nervosa und Appetitverlust im Alter untersucht. GHRP-6 weist bemerkenswerte gastrointestinale Effekte auf, die über die Appetitstimulation hinausgehen. Forschungen haben bedeutende gastroprotektive Eigenschaften von GHRP-6 in experimentellen Magenläsionsmodellen demonstriert. In Nagetiermodellen alkohol-, stress- und NSAR-induzierter Magenulzera reduzierte die GHRP-6-Vorbehandlung die Ulkusbildung erheblich. Zusammenfassend ist GHRP-6 ein historisch bedeutsames GH-Sekretagog mit einem vielfältigen pharmakologischen Profil, das weit über die GH-Freisetzung hinausgeht. Seine ausgeprägte Appetitstimulation, gastroprotektiven Eigenschaften, kardioprotektiven Effekte und antiinflammatorischen Wirkungen machen es zu einem vielseitigen Peptid mit potenziellen Anwendungen in zahlreichen therapeutischen Bereichen.

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