Zusammenfassung
Ein umfassender Überblick über NAD+-Vorläufer einschließlich NMN und NR, der die NAD+-Abnahmetheorie des Alterns, Mechanismen der Sirtuinaktivierung, klinische Studienevidenz für metabolische und Longevitätsvorteile sowie den aktuellen regulatorischen Status untersucht.
NAD+-Vorläufer sind Verbindungen, die die zellulären Spiegel von Nicotinamidadenindinukleotid erhöhen, einem kritischen Coenzym, das an über 500 enzymatischen Reaktionen beteiligt ist, die für Energiestoffwechsel, DNA-Reparatur, epigenetische Regulation und zelluläre Signalübertragung essentiell sind. Die zwei am ausführlichsten untersuchten NAD+-Vorläufer sind NMN (Nicotinamidmononukleotid) und NR (Nicotinamidribosid), die beide nachgewiesen haben, NAD+-Spiegel in humanklinischen Studien signifikant zu erhöhen.
Die NAD+-Abnahmetheorie des Alterns basiert auf der Beobachtung, dass zelluläre NAD+-Spiegel zwischen 40 und 60 Jahren beim Menschen um etwa 50 Prozent sinken. Dieser Rückgang hat tiefgreifende Folgen, da NAD+ von drei großen Enzymfamilien benötigt wird: Sirtuinen (SIRT1 bis SIRT7), PARPs und CD38/CD157.
NMN ist ein Nukleotid aus Nicotinamid, einem Ribosezucker und einer Phosphatgruppe und dient als direkter NAD+-Vorläufer im Biosyntheserettungsweg. NR ist eine Nukleosidform, die zunächst durch NRK-Enzyme zu NMN phosphoryliert werden muss. Beide Verbindungen verdoppeln äquivalent die Blut-NAD+-Spiegel nach 14 Tagen Supplementierung bei gesunden Erwachsenen.
Die Sirtuinaktivierung durch erhöhte NAD+-Spiegel treibt viele beobachtete Anti-Aging-Effekte an. SIRT1 deacetyliert PGC-1alpha und hemmt NF-kB, was chronische Entzündung reduziert. Sicherheitsprofile für NMN und NR sind bei klinischen Dosierungen günstig.
